Rahmen: Sandstrahlen oder Negerkeks, Pulvern oder Lacken?

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raidri
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Rahmen: Sandstrahlen oder Negerkeks, Pulvern oder Lacken?

Beitrag von raidri » Sonntag 21. März 2010, 19:32

Hallo,
auch auf die Gefahr hin, dass das hier schon diskutiert wurde:
Ich stehe vor der Wahl, ob ich einen 1.3er Rahmen strahlen lasse oder doch lieber mit Negerkeks behandle (geht weniger um die Kosten oder Arbeit als viel mehr darum, was schonender für den Rahmen ist) und nach dem Entrosten / Entlacken steht dann noch die Frage, ob für den Alltag - inclusive Winter eine Lackierung z.B. mit POR15 oder doch lieber eine Pulverbeschichtung besser ist.
Denn mein Wartburg ist für mich Ganzjahresalltagsfahrzeug - ich besitze kein anderes.
Hat jemand Erfahrungen damit gemacht?
Danke :)

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Haiko
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Beitrag von Haiko » Sonntag 21. März 2010, 19:41

Hatte letzten Sommer der Ramen mal mit den Negerkeks behandelt... ist aber nach dem Winter wieder ganz rostig geworden...

Negerkeks, Salz und Winter... slechte kombination :mrgreen:
Trabant 601, HP750.01/2 und ne Barkas B1000 KB

steffen1.3
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Beitrag von steffen1.3 » Sonntag 21. März 2010, 20:11

Hmm, Negerkeks ist grundsätzlich nicht verkehrt, aber damit wirst du nicht in alle Ecken und Winkel kommen, und davon hat der Wartburgrahmen etliche.

Strahlen ist da schon besser, damit geht der Rost auch gut weg, allerdings hast du das Übel nicht komplett beseitigt, weil man nicht in die Profile kommt.
Das Optimum ist da sicher entlacken/entrosten im Tauchbad und dann verzinken.

Auch danach hab ich bei meinem noch Grundierung und Farbe aufgebracht.

Pulverbeschichten ist auch recht gut, ist auch etwas stabiler als Farbe, aber falls die Schicht beschädigt ist, rostet es wieder und rostet dann auch unter der pulverschicht unsichtbar weiter.
Bei farbe kann man eventuelle Schäden durch Steinschläge etc. leichter ausbessern.

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T.S.
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Beitrag von T.S. » Sonntag 21. März 2010, 20:17

Strahlen, 2x Grund, 2x Lack gut ist...

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Erich
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Beitrag von Erich » Sonntag 21. März 2010, 21:55

T.S. hat geschrieben:Strahlen, 2x Grund, 2x Lack gut ist...
ja, für 8 Jahre und dann?
:?

Wenn ich bei mir frisch eingebautes Material ansehe, das einwandfrei lackiert war und mit Wachsen konserviert ist und das rostet schon nach 6 Jahren wieder rum (bei mir anhand eines vorderen Kotflügels getestet), dann ist das mit dem Rahmen mit bisschen anpinseln nicht getan, wenn man jedes Jahr bei Salz und Regen/Schnee 365d/a Wartburg fährt...

@Steffen1.3: welche Art von Verzinkung hattest Du angewandt? Mit Spritz- kommt man ja nicht in die Hohlräume und galvanisch ist technologisch nicht abschließend deckend; Feuerverzinken (das mit dem Tauchbad) wäre am langlebigsten, aber das bringt die meisten Probleme im Verfahren mit sich, wegen dem Verzug...

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T.S.
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Beitrag von T.S. » Sonntag 21. März 2010, 22:02

Erich hat geschrieben:
T.S. hat geschrieben:Strahlen, 2x Grund, 2x Lack gut ist...
ja, für 8 Jahre und dann?
:?

dann ist das mit dem Rahmen mit bisschen anpinseln nicht getan, wenn man jedes Jahr bei Salz und Regen/Schnee 365d/a Wartburg fährt...
Ok, fahre nicht ganzjährig, haben bisher auch nichts anderes probiert, egal ob 311 oder 353, alles so wie oben geschrieben.

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Erich
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Beitrag von Erich » Sonntag 21. März 2010, 22:17

ja ist ok, ich verstehe es ;)

Für mich müssen bessere Lösungen her... Negerkeks ist deshalb m.E. für die Tonne. Der Restaurator, der hier links verlinkt ist, macht das sehr gründlich, der hat das mit dem Verzinken auch bewältigt, und bei ihm sind nachher auch die Hohlräume verzinkt, alles. Das habe ich mir im Dezember mal vor Ort angesehen und er hat mir's n bisschen beschrieben. Das ist ne sehr teure Geschichte, aber die werde ich nächstes Jahr machen lassen, damit mein Wartburg 1.3 weiter rollen kann und einer von wenigen Exemplaren sein wird, der trotz Alltagsbetrieb einmal das H-Kennzeichen schafft - anders geht's nicht, alles andere ist mittelfristig nicht haltbar genug...

:driver:

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Franz
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Beitrag von Franz » Sonntag 21. März 2010, 22:39

genau Erich, lieber einmal richtig aber dafür gleich für die dauer :) Auf das
Feuerverzinken kann man auchnoch Pulverbeschichten, haben wir bei
Treppen und Geländerzeug immer so gemacht :wink:

mfg.
Franz
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CO² Ich bin dabei
Bevor Du prüfst, präg es Dir ein, muss die Leitung stromlos sein!

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Beitrag von Erich » Sonntag 21. März 2010, 23:02

Franz hat geschrieben:...Auf das Feuerverzinken kann man auch noch Pulverbeschichten...
echt, daran habe ich noch nicht so richtig gedacht, das is ja deli... es verträgt sich wirklich mit der Verzinkung? Hätte da evtl Bedenken gehabt, dass die Verzinkung wieder angegriffen wird, das Pulvern wird doch auch wie eine Art aufgespritzt oder? Na ich denke Vollverzinkung und schlagfester Lack ist ok, so macht es dieser Restaurator, der hat seit über 10 Jahren, oder wie lang der das so macht, keine Reklamation damit gehabt

:)

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Mossi
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Beitrag von Mossi » Montag 22. März 2010, 11:44

Ich habe meinen Rahmen 2002 strahlen, feuerverzinken und schwarz pulvern lassen. Das war weder übermäßig teuer, verziehend oder kompliziert.

Löcher reingebohrt, Hüllrohre verschlossen, bezahlt, fertig.

Wintertauglichkeit: Am Rahmen ok, selbst wenn bei mechanischer Belastung mal die Pulverung blättert, dadrunter ist Zink, da gammelt nix.

Bei Achsteilen ist es etwas differenzierter zu sehen, die alten Pulverungen ohne Korrosionsschutzgrund werden definitig angegriffen und unterkrochen. Deshalb werrden die ganzen Lenker jetzt nochmal übergestrahlt und dann lackiert.
Generell hat sich aber die Qualität beim Pulvern verbessert und nein, die Sachen vertragen sich. Natürlich ist die Haftung von Pulver auf Zink wie auch beim Lack auf Zink eine andere als bei Lack auf Haftgrund auf Stahl.

Ich persönlich habe zuwenig Zeit und Nerv mich (gerade) beim Rahmen hinzustellen und mit semiprofessionellen Schlechtlösungen ein halbes Ergebnis zu produzieren. Daher das Strahlen.....

Außerdem verzieht so ein Wartburgrahmen nicht einfach so, das ist ein konstruktives Gebilde mit einer entsprechenden Wandstärke und Formgebung und keine Tafel Blech..... :mrgreen:

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Beitrag von Schröni » Montag 22. März 2010, 16:49

Mossi hat geschrieben:Außerdem verzieht so ein Wartburgrahmen nicht einfach so, das ist ein konstruktives Gebilde mit einer entsprechenden Wandstärke und Formgebung und keine Tafel Blech..... :mrgreen:
Der Mossi hat's erkannt... wenn das mit dem Verzug sooooooo extrem wär, wie manche behaupten - ja dann würde wohl auch kein Gartentor mehr passen!! Ich glaube ein Rempler am Rahmen verursacht mehr Verzug!!

Und: Feuerverzinken ist eigentlich ein sehr billiges Verfahren :roll: (1Euro/kg) , das Strahlen kostet...
haben ist besser als brauchen

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raidri
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Beitrag von raidri » Montag 22. März 2010, 17:06

Hallo,
danke für die vielen Antworten und vor allem für die Erfahrungsberichte.

Darf man fragen, was das Verzinken gekostet hat? Lange Haltbarkeit wäre mir schon sehr wichtig, wenns dann aber 4 mal so viel kostet wie ordentlicher Lack oder Pulvern kann ich genauso auch alle 3-4 Jahre neu lacken, zumal ich nach dem Fahrgestell dieses oder nächstes Jahr auch noch genug Kohle hinlegen muss um die Karosserie von hässlichem Entlein in ein ansehnliches Auto zu verwandeln :roll:
Wenns allerdings in einem vernünftigen Verhältnis steht, wäre ich dem Zink und Überlackierung / Pulvern nicht abgeneigt.
Dann hätte ich aber immernoch das Problem, dass ich erstmal hier in der Nähe einen Betrieb finden müsste, der verzinken kann.

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Beitrag von Erich » Montag 22. März 2010, 22:08

raidri hat geschrieben:...verzinken...wenns dann aber 4 mal so viel kostet wie ordentlicher Lack oder Pulvern kann ich genauso auch alle 3-4 Jahre neu lacken...
Genau das ist der Trugschluss, wenn's lange halten soll und Du das Auto 24/7 bewegst! Jedes mal geht die Korrosion mehr ins Material, da ist es eben nicht mit Lacken getan. So seh ich das. Und wenn Du dann alle 3..4 Jahre nachlacken willst, glaub ich nicht, dass Du jedesmal alle Stellen erreichst oder willst Du zu jeder 2ten HU die karosse vom Rahmen heben? Das ist doch Spittel...
Haltbare Qualität kostet auf jeden Fall mehr, hält aber 10x so lange - so wie Franz sagte...

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Beitrag von Mossi » Montag 22. März 2010, 22:41

Ich habe damals was bei 400-500,- € bezahlt. Für alles. Ob sich das jetzt noch so halten lässt...... tja....

Wenn man sich aber den Zeit-, Material- und Kostenaufwand im Verhältnis zum Ergebnis - auch unter den Punkten Langlebigkeit und Anspruch - betrachtet, frage ich mich warum sich eingie nochmit der Flex und ner Zopfdrahtbürste hinstellen......

Ich würde mal rumhorchen, ggf. lohnt sich eine weitere Anfahrt auch sofern das Ergebnis überzeugt.

Wichtig: alle Hüllrohre müssen mittels Bolzen und Scheiben versiegelt werden, die Pedalwelle sollte raus und auch verschlossen werden, am Rahmen müssen Entlüftungs- und Ablauflöcher gebohrt werden und bei den 311ern sollte man einen Gewindeschneider zum nacharbeiten haben.

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Beitrag von Franz » Montag 22. März 2010, 23:15

Außerdem verzieht so ein Wartburgrahmen nicht einfach so, das ist ein konstruktives Gebilde mit einer entsprechenden Wandstärke und Formgebung und keine Tafel Blech..... Mr. Green
das kannst du so nicht sagen! Es kommt dabei immer darauf an ob der
mensch an der "verzinkungsmaschiene" seine Arbeit versteht oder nicht. Wir haben auch
öfters mal 50 Zaunfelder gebaut, die ersten 25 die vom zinker kamen- verzogen, die nächste charge nichtmehr :wink:

mfg.
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