Rahmen: Sandstrahlen oder Negerkeks, Pulvern oder Lacken?

Reparatur, Alles rund um Serienteile
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Erich
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Beitrag von Erich » Montag 29. März 2010, 22:04

Thilo K hat geschrieben:Hallo!

Ich lasse grade einige Kleinteile strahlen und möchte die dann gerne mit Zinkstaubfarbe (schon da) versehen. Das hat Jemand hier im Forum doch schonmal gemacht?? (Hab den Fred leider nicht mehr gefunden).
Nur handelte es sich da um einen Rahmen.
Wenn diese Lackschicht überlackiert werden soll,was ist da notwendig dazu?
Spez. Grundierung/Anrauhen...?
Danke!
1.
Hab damit auch schon 10 Jahre lang umfangreich experimentiert, hält ein, zwei Jahre länger als nur normale Grundierung aufs nackte Blech und dann Farbe drüber.
Soll heißen: Zinkstaubfarbe ist für den Arsch, kostet ein Haufen Geld und ist auf lange Sicht nicht robust genug. Weil man immer irgendwo Rost in den Poren drin hat oder durch Steinschlägelchen oder irgendwelche mechanischen/temperaturmäßigen Einflüsse einen Oberflächenangriff im Lack bekommt und dann gammelts los. Beispiel bei mir: der Luftfilterkasten und der Ventildeckel. Pulvern hält da länger.

2.
von den Eigenschaften her ist es so, dass das Zinkzeug als Grundierung fungiert: aufs vorbehandelte blanke Blech (entrostet, ggf mit Rostumwandler behandeln) sprühen, der farbgebende Decklack wird dann direkt auf das Zink gebracht, das ist rauh genug und bietet gute Haftgrundbedingungen.

wie gesagt, meine Meinung dazu ist verhalten...
weil sich das Zink nicht porentief genug mit dem Blech verbindet. Da sind chemische Verfahren (oben schon genannt) besser.

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Franz
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Beitrag von Franz » Montag 29. März 2010, 22:08

Ich habe auch ein Pott Zinkstaubfarbe und schon einiges Gepinselt, Kann
mich da Erichs meinung nur anschließen :|

mfg.
Franz
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Erich
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Beitrag von Erich » Montag 29. März 2010, 22:24

achso Thilo K: als Alternative, wenn Du unbedingt verzinken möchtest bzw wenn (vor allem Klein-)Teile wirklich lange halten sollen ist galvanisches Verzinken! Das machen aber nur wenige Verzinkerein, weil man da spezielle Technologien/Arbeitsmittel braucht (Chemie, Tauchbad und so'n Kram). Im Norden sind Galvanikbuden quasi nicht vorhanden, bei Euch isses da schon besser, in Freital gibt's z.B. so nen Laden (Firma Richter Poisendorfstraße oder so), die machen das 1A, habe dort z.B. schon Trabant P60 Stoßstange vorne und die Ecken hinten machen lassen, das hält echt gut!! Problem: galvanisch geht nur bei Teilen ohne große Hinterschneidungen wegen den Elektromagnetfeldern. Vordere Kotflügel vom 1.3er gehen z.B. NICHT.

p_greendale
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Beitrag von p_greendale » Dienstag 30. März 2010, 07:48

...womit allerdings auch das Problem auftritt, dass galvanisch Verzinkte Oberflaechen blitzeblank sind, stand hier auch schon mal irgendwo ^^ ... die musst du dann erst wieder "ankorrodieren" lassen damit Lack haelt... weiss nich ob die Luftoxiadation von zwei wochen liegen ausreicht. beim Pulvern isses denk ich kein Problem
@Erich : kann mans nich bei kleinen Sachen auch mit lokaler Galvanisation versuchen d.h. ne kleine Scheibenelektrode mit der ich im Bad um das zu galvanisierende Teil rumwandere? Dass sonst einige stellen sehr dick und andere gar nicht mit Zink beschichtet werden, ist klar ^^
hab mir da auch schon mal so gedanken drueber gemacht, deshalb ...

edit: und damits am Zink dann nicht gammelt, Chromoxid hinterher, ist aber Giftig :idea:

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Schröni
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Beitrag von Schröni » Dienstag 30. März 2010, 10:32

p_greendale hat geschrieben:und damits am Zink dann nicht gammelt, Chromoxid hinterher, ist aber Giftig :idea:
Für die Passivierung werden heute andere Chemikalien genutzt... der von dir genannte 6 wertige Chrom ist hoch krebserregend :!:
Deswegen gibt es heute kaum jemanden, der dir mal schnell "gelb" verzinkt - meine Teile sind silberblau geworden => auch schön
haben ist besser als brauchen

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Beitrag von p_greendale » Dienstag 30. März 2010, 10:57

habs auch grad gelesen , wikipedia ^^ ... is ja aufwendig denn. Erst Zind, dann Chrom(III) und denn nochmal Farbe/Pulver. War Penitriermittel nich auch mal Chromhaltig?
Schlusswort: alles, was gut haelt, is giftig XD

gelb: die Eskaschrauben rund um die Karosserie :P

edit: hat einer ne Ahnung, wie dick haltbare Zinkschichten sein muessen? und kann man nich einfach irgendwo ein paar Stuecken Magnesium anschrauben, in der Art von Opferanoden? Sowas gibts doch auch fuer Gastanks, die in der Erde sind. Und wenns nur nen duennes Netz ist, was druebergezogen wird.

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Erich
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Beitrag von Erich » Dienstag 30. März 2010, 14:03

@p_greendale: naa, ich bin kein Galvaniker, musst Du mal so jemanden fragen ;)

das mit den Opferanoden wird bei Schiffen auch gemacht, am Rumpf unter Wasser... aber ob das für Kfz-Teile praktikabel ist, ist eher fraglich... wenn ja, hätte es bestimmt schon jemand angewandt - Stichwort ankleben - kann abfallen; anschrauben - braucht man Löcher, ist auch doof; wenn die Dinger verbraucht sind muss sie jemand wechseln; Netz drüber hilfe auch nur, wenn's auf blankem Material wäre, sonst haut's nicht hin mit dem Geopfer :D, usw usf...
ist für Kfz-Anwendung glaube ich nicht ernsthaft zu betrachten, schließlich kosten solche Opferanoden ein Haufen Schotter, bei Kfz ist die Haltbarkeit ohne immer noch recht gut. Bei Schiffen versenkst Du z.B. ohne diese Anoden gleich zweistellige Millionen-Euro-Beträge, da lohnt sich sowas.

Lasst uns mal lieber beim Hauptthema bleiben, das wird mir hier zu diffus und hypotetisch...

:)

edit: bei galvanisch verzinktem ist in der Tat die Oberfläche glatter: da habe ich dann normalen Haftgrund draufgemacht und dann Decklack drüber.. ist astrein und schlagfest.

@Schröni: Richter in FTL macht a.W. auch gelbverzinken :)

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Mossi
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Beitrag von Mossi » Dienstag 30. März 2010, 22:50

*ähem* *räusper*

In der Welt außerhalb dieses Forums haben sich bereits Erkenntnisse gezeigt das es weder verboten, noch teuer oder auch nicht nicht möglich wäre......

Andersrum wird ein Schuh draus: wer an ein frisch gemachtes Auto die gammligen Schrauben schraubt, sollte ausgebuht werden... :mrgreen: :D

http://www.trabantforum.de/ubb/Forum1/HTML/008308.html

http://pf31.pappenforum.de/board117-tec ... r+rathenow
Seitenneigung ist kein Zeichen von Fahrunsicherheit!

Seine Freunde nennen ihn Mossi, seine Gegner sprechen nur vom "dicken Typ mit der Zigarre".

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Beitrag von p_greendale » Mittwoch 31. März 2010, 08:44

ooh, ich hab das gemacht... allerdings sahen die Schrauben auch noch gut aus XD , auf der anderen Seite kann man sichdann ja fragen, ob die Zinkschicht nicht schon beim Einschrauben beschaedigt wird.

galvanisch moecht' ich mal ausprobieren :) nur die Sache mitm Cyanidzyklus (lt. Wikipedia) klingt a bisschen gruselig...

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Beitrag von steffen1.3 » Mittwoch 31. März 2010, 10:32

Also ich lasse etliche Kleinteile beim Galvaniker meines Vertrauens machen, hält gut und sieht wieder alles neu gelbverzinkt aus.
Das ganze kostet nichtmal sooviel (geht nach gewicht).

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Jugendtraum
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Beitrag von Jugendtraum » Mittwoch 7. April 2010, 13:17

Also ich hab mich nach langem hin und her bei der Restaurierung meiner Johanna (353 Bj. 71) auch für die aufwendige Variante mit Verzinken und Pulverbeschichten entschieden. Da hält der Rahmen nochmal 40 Jahre. :D

Ich lasse diese Arbeiten auch bei Olaf (OdR) machen. Das Teuerste ist aber nicht mal die Endbehandlung, sondern das Aufarbeiten des Rahmens selbst.

Das Vermessen (ich glaub, nur Olaf hat die Originallehren) zeigte Setzungen, die Karosserieausleger werden neu gemacht, ebenso der Mittelsteg und die Federdome. Das Alles ist nämlich nach etlichen Jahren relativ "dünnhäutig".

Zum Schluß von innen ordentlich Mike Sanders rein und an meiner Johanna haben noch meine Enkel mal Freude.

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Normen
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Beitrag von Normen » Mittwoch 7. April 2010, 14:26

gelbverzinken ist bei mir auch grad ein thema, bin ja beim zusammenbau meines 353. das allgemien bekannte wartburg schraubensortiment gibt ja nich soviel her und mein schraubenliferant hat mit gelbverzinkt auch so seine schwierigkeiten. die sichtbaren schrauben und muttern im motorraum wollte ich aber schon gerne auf original machen. kann man da wirklich jede noch so kleine mutter zum galvanisierer geben?
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Beitrag von Schröni » Mittwoch 7. April 2010, 16:27

Ja, kannst du... ich habe meine Teile Eimer- bzw. Kistenweise hingebracht und frisch verzinkt wiederbekommen. Habe nur vorher alles grob gesäubert, also in Waschlauge abgespült.

Mit Chromatieren sieht es bei uns in der Gegend auch schlecht aus - eben aus oben genannten Gründen. Falls du großen Wert darauf legst, musst du wohl auf den im Pappenforum genannten Lieferanten zurückgreifen.

PS: Auch die Schutzwirkung ist mit der "gelben" Schicht immer noch die beste!!
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T.S.
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Beitrag von T.S. » Mittwoch 7. April 2010, 18:36

Habe eine Vielzahl von Dingen gelbverzinken lassen, bei Schlauchschellen und anderen Dingen, die Temp. ausgesetzt sind, ist es auf Dauer nicht haltbar.

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orange
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Beitrag von orange » Donnerstag 8. April 2010, 09:01

ich habe überall edelstahlschrauben rein geprügelt.

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