Wartburg 311 Lenkrad vibriert beim Beschleunigen

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Bob311
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Re: Wartburg 311 Lenkrad vibriert beim Beschleunigen

Beitrag von Bob311 » Sonntag 17. Oktober 2021, 17:10

Leider muss ich das Thema Lenkradflattern beim Beschleunigen nochmal aufwärmen. Nach längerer Zeit trat es dann doch immer wieder auf. Manchmal mehr, manchmal gar nicht, manchmal erst nach einer Weile bei längeren Fahrten. :confus:

Dann habe ich den äußeren Mitnehmer am Getriebe rechts (beifahrerseitig) erneuert, da der ziemlich eingelaufen war. Die beiden Gummis des Gelenks habe auch nochmal erneuert, die waren merkwürdigerweise schon wieder stark ausgearbeitet. Gebracht hat es nicht viel, aber ich habe noch zwei andere Baustellen, die ich angehen möchte:

Einerseits sind die Spurstangenköpfe ausgeschlagen - die werde ich demnächst wechseln. Da habe ich noch Probleme, die beiden (Konter-)Muttern zu lösen. Da braucht es vermutlich Hitze oder die Spurstangen müssen komplett raus? :schlau:

Und dann habe ich gelesen, dass die äußeren Mitnehmer am Getriebe und die Scharniergelenke genau 90 Grad versetzt zusammengebaut werden sollen, damit die Gelenke nicht "zwängen" und das Lenkrad flattert.


https://pf31.pappenforum.de/thread/2407 ... -anfahren/
Die Gelenke müssen so montiert sein, daß der innere Bolzen des Scharniergelenkes und der Drehpunkt des äußeren Teiles des Mitnehmers am Getriebe in einer Ebene liegen.

Auch im W311 Reparaturhandbuch steht zur Montage der Antriebe:
Zusammengebauten Vorderradantrieb zuerst mit innerer Gelenkwelle in äußeren Mitnehmer am Getriebe so einfürren, dass die Breitseite des Scharniergelenkes rechtwinklig zum äußeren Mitnehmer steht.

Das habe ich bisher nicht gewusst und dementsprechend auch nicht beachtet. Wenn ich das richtig verstehe, müssen Gelenk und Welle so montiert sein, wie ich es hier auf den Bildern mit den Altteilen probiert habe.
- https://drive.google.com/file/d/1rXWKnN ... _YK5e/view
- https://drive.google.com/file/d/1gqdwWo ... rv4U3/view

Wäre es so korrekt montiert?

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bic
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Re: Wartburg 311 Lenkrad vibriert beim Beschleunigen

Beitrag von bic » Sonntag 17. Oktober 2021, 21:05

Bob311 hat geschrieben:
Sonntag 17. Oktober 2021, 17:10
Nach längerer Zeit trat es dann doch immer wieder auf. Manchmal mehr, manchmal gar nicht, manchmal erst nach einer Weile bei längeren Fahrten. :confus:
Das ist natürlich traurig.
Dann habe ich den äußeren Mitnehmer am Getriebe rechts (beifahrerseitig) erneuert, da der ziemlich eingelaufen war. Die beiden Gummis des Gelenks habe auch nochmal erneuert, die waren merkwürdigerweise schon wieder stark ausgearbeitet.
Die Gummis waren z.T. schon zu DDR-Zeiten scheiße, besonders die letzten die es gab, daher die, bei welchen die Löcher für die Ohren nicht offen waren und die insgesamt eher wie handgeschnitzt aussehen (von denen habe ich im Frühjahr bestimmt 10-15 Sätze weggeworfen). Mit einiger Sucherei findet man aber noch andere, besser ausgeformte und wenn man diese mit den handgeschnitzten vergleicht, wird man nicht nur feststellen, dass diese ein Stück größer sind, sondern auch deren Elastizität höher ist - solche halten bei mir etliche Jahre. Neuerdings gibt es auch wieder nachgefertigte Gummis, aber zu deren Qualität kann ich leider nichts sagen. Außerdem sollten die Gummis vom Saab 93-96 passen, die gibt es auch noch neu. Insgesamt wird man hier etwas suchen und probieren müssen und vielleicht den einen oder anderen Satz gleich wieder entsorgen können, nicht anders habe ich es auch gemacht :D
Einerseits sind die Spurstangenköpfe ausgeschlagen - die werde ich demnächst wechseln. Da habe ich noch Probleme, die beiden (Konter-)Muttern zu lösen. Da braucht es vermutlich Hitze oder die Spurstangen müssen komplett raus? :schlau:
Also, Hitze hat an Lenkungsteilen nun überhaupt nichts zu suchen, aber davon einmal abgesehen, was meinst Du mit Kontermuttern? An den Spurstangen samt deren Endstücke gibt es so etwas eigentlich nicht. Mach mal ein Foto und stelle es hier ein, Dein Googledrive ist elend langsam.
Und dann habe ich gelesen, dass die äußeren Mitnehmer am Getriebe und die Scharniergelenke genau 90 Grad versetzt zusammengebaut werden sollen, damit die Gelenke nicht "zwängen" und das Lenkrad flattert. .... Wäre es so korrekt montiert?
Ja und ja.

Irgendwie habe ich das Gefühl, Du solltest mit Deiner Vorderachse einmal Tabula rasa machen, die Teileversorgung ist heute beinah besser als vor 30 Jahren (sogar die lange nicht erhältlichen Radlager in C2 Sortierung gibt es wieder). Geht zwar ein wenig ins Geld, aber Du wirst Dich wundern, wie modern so ein alter 311er sich dann fährt :)

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Re: Wartburg 311 Lenkrad vibriert beim Beschleunigen

Beitrag von Bob311 » Montag 18. Oktober 2021, 20:21

Mach mal ein Foto
892_0_1.jpg
Symbolbild. Die Mutter ist so festgegammelt, dass ich sie (mit 2 Maulschlüsseln angesetzt) nicht aufbekomme. Ich wollte nur den jeweils äußeren Spurstangenkopf wechseln. Im Zweifel baue ich die komplette Spurstange aus.

Ja und ja.
OK, danke, das war mir leider nicht bewusst und ich war unsicher, wie rum es nun richtig ist.

Irgendwie habe ich das Gefühl, Du solltest mit Deiner Vorderachse einmal Tabula rasa machen, die Teileversorgung ist heute beinah besser als vor 30 Jahren.
Ja, der Überzeugung bin ich eigentlich auch, aber ich stehe noch sehr am Anfang. Die Teileversorgung mag heute besser sein, aber bestimmte Positionen suche ich trotzdem. Zum Beispiel würde ich am liebsten komplett neue ATWs mit Doppelgelenken einbauen, aber die sind nicht erhältlich - außer "unbenutzt gebraucht" bei Kleinanzeigen zu stolzen Preisen. Auch für die Spurstangenköpfe musste ich eine Weile suchen. Aber vielleicht kenne ich noch nicht alle Bezugsquellen... :)
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Re: Wartburg 311 Lenkrad vibriert beim Beschleunigen

Beitrag von Wilfried » Montag 18. Oktober 2021, 20:35

Du weißt, dass eine Seite der Spurstangenköpfe Linksgewinde hat?
Vom DB passen Spurstangenköpfe, die waren nicht mal teuer. Bic hatte da mal was rausgesucht.

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bic
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Re: Wartburg 311 Lenkrad vibriert beim Beschleunigen

Beitrag von bic » Montag 18. Oktober 2021, 21:06

Wilfried hat geschrieben:
Montag 18. Oktober 2021, 20:35
Bic hatte da mal was rausgesucht.
:)

passende spaurstangenköpfe rechts 2.jpg
passende spaurstangenköpfe rechts.jpg
spur 2.jpg

Für Linksgewindes sollten (!) die Febi - Bilstein 02284 passen, sollten deshalb, weil ich diese nicht brauche, ich habe diesen Lenkstock - und jetzt geht mal wieder das 4. Bild nicht - doof !
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bic
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Re: Wartburg 311 Lenkrad vibriert beim Beschleunigen

Beitrag von bic » Montag 18. Oktober 2021, 21:13

Und dann hier das 4. Bild, im Auto natürlich in schön :mrgreen:

DSC05388.jpg

An sonst - die Köpfe haben Gewinde M14x1,5 und Konus 16 mm mit Mutter M12x1,5mm, sind aber meistens mit 14 oder 14,7mm angegeben, hier nicht verwirren lassen.

Im Auto sehen solche Köpfe dann so aus:

DSC05407.jpg

Ich würde aber die inneren Köpfe mit Linksgewinde nach Möglichkeit original lassen (die halten ja eigentlich auch ewig), da die DDR-Gummiköpfe die Lenkungsstöße etwas dämpfen, was die neumodischen nicht machen.
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Bob311
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Re: Wartburg 311 Lenkrad vibriert beim Beschleunigen

Beitrag von Bob311 » Dienstag 19. Oktober 2021, 18:51

Super, danke euch beiden! Die inneren Köpfe will ich auch vorerst lassen. Mal sehen, wie ich das hinbekomme. Hoffentlich bekomme ich das Lenkradpendeln noch irgendwie in den Griff.

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Re: Wartburg 311 Lenkrad vibriert beim Beschleunigen

Beitrag von bic » Dienstag 19. Oktober 2021, 23:42

Bob311 hat geschrieben:
Montag 18. Oktober 2021, 20:21
Symbolbild. Die Mutter ist so festgegammelt, dass ich sie (mit 2 Maulschlüsseln angesetzt) nicht aufbekomme. Ich wollte nur den jeweils äußeren Spurstangenkopf wechseln. Im Zweifel baue ich die komplette Spurstange aus.
Ahja, das Teil mit dem Sechskant auf der Seite der Spurstange ist keine Mutter, sondern ein Druckstück mit Innenkonus, welches die an dieser Stelle geschlitzte Spurstange gegen das Gewinde des Kopfes drückt und somit dessen festen Halt gewährleistet. Festhalten beim Schrauben muss man dieses Teil nur beim Anziehen, beim Lösen ist es unbeachtlich. Hast du mal geschaut, ob Du überhaupt in die richtige Richtung drehst? Oftmals hat man die Spurstangen gewendet und die Köpfe mit Linksgewinde nach außen genommen, ganz einfach deshalb, weil diese Köpfe besser verfügbar waren, als die mit Rechtgewinde.
Zum Beispiel würde ich am liebsten komplett neue ATWs mit Doppelgelenken einbauen, aber die sind nicht erhältlich - außer "unbenutzt gebraucht" bei Kleinanzeigen zu stolzen Preisen.
Ich wüsste nicht, dass jemand die Teile überholt und ja, die sind verdammt teuer geworden. Vielleicht weil ich so ziemlich die letzten Gelenkkreuze aufgekauft habe :D :

DSC05613.jpg
DSC06118.jpg

Quatsch, ich habe aber etliche Sätze, weil ich selbst einmal mit der Überholung angefangen hatte, jedoch aufhören musste, weil mir der Werkzeugmacher kopeister gegangen ist, welchen ich für solche Dinge:

DSC05780.jpg

gebraucht habe. Aber vielleicht mache ich dann doch mal weiter, aber um es gleich zu sagen, viel billiger, als das was z.Z. für neue Wellen aufgrufen wird, wird es nicht :?
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Re: Wartburg 311 Lenkrad vibriert beim Beschleunigen

Beitrag von olaf » Donnerstag 21. Oktober 2021, 16:13

Ein hallöchen in die Runde.
Ich greife mal Bob311 seinen ersten Beitrag mal auf, wegen der A Wellen.
In meinem Rep Buch von 58 konnte ich nichtz dergleichen lesen.
Nu hab ich aber auf die Gleichlauf Gelenkwelle um gerüstet.
Gibtz da auch eine einbauvorschrift. ??
Nicht das ich mir da einen fehler einbaue.
Wartburg 311 523.jpg
gruß Olaf
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Re: Wartburg 311 Lenkrad vibriert beim Beschleunigen

Beitrag von bic » Freitag 22. Oktober 2021, 10:22

olaf hat geschrieben:
Donnerstag 21. Oktober 2021, 16:13
Ich greife mal Bob311 seinen ersten Beitrag mal auf, wegen der A Wellen.
In meinem Rep Buch von 58 konnte ich nichtz dergleichen lesen.
Ich meine, das steht im Ihling :)

Aber davon unabhängig ist das schon deshalb erforderlich, um die Drehmomentübertragung vom Getriebeausgang zum Achsstumpf gleichförmig und ohne Einfluß durch die sich ändernde Winkelgeschwindigkeiten der einzelnen Gelenke zu realisieren, daher deren "Kardanfehler" aufzuheben (Kardanfehler = abgehende Welle dreht im Vergleich zur eingehenden Welle Umdrehung 2mal schneller und 2mal langsamer). Macht man dies nicht, bekommt man a) einen ungleichmäßig, quasi pulsierend umlaufenden Achsstumpf (=Radnabe/Bremstrommel/Rad) und b) werden die Gelenke, (hier vor allem das innere Gummigelenk) überlastet, was diese mit verringerter Haltbarkeit quitieren.
Nu hab ich aber auf die Gleichlauf Gelenkwelle um gerüstet.
Gibtz da auch eine einbauvorschrieft. ??
Nein, das macht auch hier keinen Sinn, da es sich bei den nadelgelagerten Doppelkreuzgelenkwellen tatsächlich um homokinetische (Gleichlauf) Gelenkwellen handelt - bei diesen tritt kein Kardanfehler auf. Was aber auch hier im Antriebsstrang bleibt, ist der Kardanfehler des Gummigelenks, für diesen gibt es keinen Ausgleich. Steht das Auto jedoch nicht so hoch wie ein Ziegenbock, kann man diesen Fehler vernachlässigen, denn dann wird dieses Gelenk beim Umlauf so gut wie nicht gebeugt und die dennoch entstehenden geringen Ungleichmäßigkeiten werden durch die Elastizität des Gummipackung ausgeglichen. Besser gelöst wurde dies dann erst beim 312er, die hier verwendeten Tripodegelenke sind ebenfalls Gleichlaufgelenke :)

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olaf
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Re: Wartburg 311 Lenkrad vibriert beim Beschleunigen

Beitrag von olaf » Freitag 22. Oktober 2021, 11:02

Dankeschön

Ich hab ja nur das Rep. Buch für den 311er , da konnte ich nämlich nichtz zu lesen.

Mfg olaf
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Re: Wartburg 311 Lenkrad vibriert beim Beschleunigen

Beitrag von Bob311 » Montag 1. November 2021, 20:05

Der von mir zitierte Satz war tatsächlich aus dem W311 Rep.-buch (gut versteckt). Im Ihling war dazu nichts zu finden.

Ich habe heute mal die Manschette der Beifahrerseite abgezogen. Entgegen meiner Erwartung kam hier ein Gleichlaufgelenk hervor. D.h. ich habe auf der linken Seite ein altes Scharniergelenk und auf der rechten Seite ein neues Gleichlaufgelenk. Kann das gut gehen?

Ich zweifle auch ein bisschen an den ATWs als Ursache für das Lenkradflattern, da dieses mal sehr stark und mal so gut wie gar nicht auftritt. Den Spurstangenkopf bekomme ich (trotz korrekter Gewinderichtung) immer noch nicht los. Wie bekomme ich die ganze Spurstange ausgebaut? Komplettes Lenkgetriebe ausbauen? Bekomme sonst den Ausdrücker nicht auf den inneren Spurstangenkopf.

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Re: Wartburg 311 Lenkrad vibriert beim Beschleunigen

Beitrag von bic » Dienstag 2. November 2021, 19:37

Bob311 hat geschrieben:
Montag 1. November 2021, 20:05
Der von mir zitierte Satz war tatsächlich aus dem W311 Rep.-buch (gut versteckt). Im Ihling war dazu nichts zu finden.
Wenn du damit den 90 Grad-Versatz meinst, dann doch, im Plastik-Ihling auf der Seite 174 und sogar mit Bild auf der Seite 175 :D
Ich habe heute mal die Manschette der Beifahrerseite abgezogen. Entgegen meiner Erwartung kam hier ein Gleichlaufgelenk hervor. D.h. ich habe auf der linken Seite ein altes Scharniergelenk und auf der rechten Seite ein neues Gleichlaufgelenk. Kann das gut gehen?
Das ist zwar für einen ordnungsliebenden Menschen nicht schön, aber technisch spricht da nichts gegen.
Ich zweifle auch ein bisschen an den ATWs als Ursache für das Lenkradflattern, da dieses mal sehr stark und mal so gut wie gar nicht auftritt.
Ehe wir jetzt weiter rumspekulieren, beschreib doch erst einmal, unter welchem Umständen und welchen Zusammenhängen das Problem auftritt. Anfangs schriebst Du mal vom Anfahren/Beschleunigen, welches das Flattern verursacht - ist dies noch so, oder tritt es (auch) beim normalen Fahren oder Bremsen oder nach dem Bremsen auf? Dafür können jeweils unterschiedliche Fehler verantwortlich sein.
Den Spurstangenkopf bekomme ich (trotz korrekter Gewinderichtung) immer noch nicht los. Wie bekomme ich die ganze Spurstange ausgebaut? Komplettes Lenkgetriebe ausbauen? Bekomme sonst den Ausdrücker nicht auf den inneren Spurstangenkopf.
Auch hier ist mir nicht so ganz klar, was Du mit nicht losbekommen eigentlich meinst. So festgegammelt kann die Mutter auf dem Einschraubgewinde ja gar nicht sein, als man diese nicht mit einem kräftigen Schlüssel (u.U. mit Verlängerung) gelöst bekommt. Und warum willst du denn die gesamte Spurstange ausbauen? Egal- zum Ausbau gibt es jedenfalls drei Varianten - a) man drückt mit einem speziellem Aus-/Abdrücker den inneren Spurstangenkopf aus dem Lenkstock, b) man zieht den Lenkstock mit einem speziellem Abzieher von der Zahnstange des Lenkgetriebes oder c) man baut das gesamten Geraffel samt Lenkgetriebe aus. Eigentlich bleibt ohnehin nur c) übrig, wenn man die beiden Aus-/Abdrücker/Abzieher für a) und b) nicht hat, allerdings kann es auch hier zu Problemen kommen, falls sich die beiden Befestigungschrauben nicht lösen lassen, weil sie sich mitdrehen und man nicht von unten zum Gegenhalten ankommt.

Na, Du wirst das schon machen :mrgreen:

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Re: Wartburg 311 Lenkrad vibriert beim Beschleunigen

Beitrag von Bob311 » Mittwoch 3. November 2021, 22:16

bic hat geschrieben:
Dienstag 2. November 2021, 19:37
Wenn du damit den 90 Grad-Versatz meinst, dann doch, im Plastik-Ihling auf der Seite 174 und sogar mit Bild auf der Seite 175 :D
Tatsächlich, habs gefunden. Ich muss die Bücher genauer studieren.
bic hat geschrieben:
Dienstag 2. November 2021, 19:37
Das ist zwar für einen ordnungsliebenden Menschen nicht schön, aber technisch spricht da nichts gegen.
OK, das klingt für meinen konkreten Fall erstmal gut.
bic hat geschrieben:
Dienstag 2. November 2021, 19:37
Ehe wir jetzt weiter rumspekulieren, beschreib doch erst einmal, unter welchem Umständen und welchen Zusammenhängen das Problem auftritt. Anfangs schriebst Du mal vom Anfahren/Beschleunigen, welches das Flattern verursacht - ist dies noch so, oder tritt es (auch) beim normalen Fahren oder Bremsen oder nach dem Bremsen auf? Dafür können jeweils unterschiedliche Fehler verantwortlich sein.
Wenn das Lenkrad flattert, dann nur während des Beschleunigens. Am stärksten im 1. und 2. Gang, im 3.Gang weniger, im 4. Gang nicht spürbar. So Grundsätzlich ist das Phänomen mal stärker und mal gar nicht da. Häufig war es so, dass ich mit dem kalten Wagen losgefahren bin und es nahzeu in Ordnung war und während der Fahrt aber immer schlimmer/stärker wurde und dann auch nicht mehr wegging.
Seit meiner Reparaturversuche zieht er auch beim Beschleunigen zieht er auch etwas nach rechts - da wo der Spurstangenkopf auch ausgeschlagen ist.
bic hat geschrieben:
Dienstag 2. November 2021, 19:37
Auch hier ist mir nicht so ganz klar, was Du mit nicht losbekommen eigentlich meinst. So festgegammelt kann die Mutter auf dem Einschraubgewinde ja gar nicht sein, als man diese nicht mit einem kräftigen Schlüssel (u.U. mit Verlängerung) gelöst bekommt.
Wenn ich den Schlüssel an der (Jahrzehnte festgerosteten) Mutter ansetze, dreht sich die Spurstange mit soweit es innerer und äußerer Spurstangenkopf zulassen. Der äußere ist mir egal, aber ich habe Sorge, den inneren zu beschädigen. Also halte ich mit einem zweiten Maulschlüssel die Spurstange an ihrer Mutter fest. Mit einem Maulschlüssel in der linken und einem weiteren in der rechten Hand bekomme ich aber nur bedingt Kraft zum Lösen aufgewandt - geschweige denn, dass ich eine Verlängerung ansetzen kann. Daher auch die Idee die Spurstange komplett auszubauen, um die Köpfe in Ruhe im Schraubstock rauszuholen. Notgedrungen werde ich wohl doch mehr Gewalt anwenden müssen.

bic hat geschrieben:
Dienstag 2. November 2021, 19:37
Na, Du wirst das schon machen :mrgreen:
Danke, das macht mir Hoffnung, die ich brauche. :P

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Re: Wartburg 311 Lenkrad vibriert beim Beschleunigen

Beitrag von bic » Donnerstag 4. November 2021, 14:08

Bob311 hat geschrieben:
Mittwoch 3. November 2021, 22:16
bic hat geschrieben:
Dienstag 2. November 2021, 19:37
Ehe wir jetzt weiter rumspekulieren, beschreib doch erst einmal, unter welchem Umständen und welchen Zusammenhängen das Problem auftritt. Anfangs schriebst Du mal vom Anfahren/Beschleunigen, welches das Flattern verursacht - ist dies noch so, oder tritt es (auch) beim normalen Fahren oder Bremsen oder nach dem Bremsen auf? Dafür können jeweils unterschiedliche Fehler verantwortlich sein.
Wenn das Lenkrad flattert, dann nur während des Beschleunigens. Am stärksten im 1. und 2. Gang, im 3.Gang weniger, im 4. Gang nicht spürbar. So Grundsätzlich ist das Phänomen mal stärker und mal gar nicht da. Häufig war es so, dass ich mit dem kalten Wagen losgefahren bin und es nahzeu in Ordnung war und während der Fahrt aber immer schlimmer/stärker wurde und dann auch nicht mehr wegging.
Seit meiner Reparaturversuche zieht er auch beim Beschleunigen zieht er auch etwas nach rechts - da wo der Spurstangenkopf auch ausgeschlagen ist.
Grundsätzlich ist die VA des 311er auf Grund ihrer Konstruktion und Geometrie anfällig für Rückwirkungen auf die Lenkung. Dazu gehört auch bei der Verwendung der Scharniergelenkwellen die "Versteifung" der Lenkung bei Last und bei eingeschlagener Lenkung zudem das Entstehen eines übergroßes Rückstellmoment. Ist hier jedoch alles i.O., ist bei reiner Geradeausfahrt auch beim Beschleunigen davon nichts zu spüren. Diebzgl. treten erst dann Probleme auf, wenn die Gelenkwellen (incl. dem inneren Gelenk) soweit verschlissen oder schwergängig sind sind, dass diese das Drehmoment auf die Räder zu ungleichförmig übertragen. Diese Ungleichförmigkeit bewirkt dann, dass Kräfte aufgebaut werden, welche bestrebt sind, die Räder um ihre Schwenkachse zu schwenken. Diese Kräfte werden dann über den Lenkhebel an die Lenkung übertragen und verursachen dann hier das Lenkradflattern.

Völlig unabhängig davon, kann auch beim 311er -wie bei jedem anderen Auto auch- Lenkradflattern durch Unwuchten an den Rädern verursacht werden, gern auftretend bei Geschwindigkeiten um die 80 km/h oder beim Bremsen. Ursache hierfür sind dann wie üblich nicht ausgewuchtete Räder und/oder Felgen mit Schlag, wobei beim 311er auch gern noch verzogene Radnaben und unrunde Bremstrommel genommen werden :D Auf Grund der Konstruktion der Radlagerung der 311er VA wirken sich diese Dinge (daher das angeregte Taumeln der Räder) jedoch stärker aus als bei halbwegs modernen Autos, haben die Radlager nämlich zu viel Luft, fällt die ganze Geschichte in Resonaz und man bekommt das Flattern mit Glück nur wieder beruhigt durch eine drastische Geschwindigkeitsverringerung, z.B. durchs Bremsen. Deshalb ist es wichtig, beim 311er nur Radlager in C2 Sortierung, also mit verringerte Lagerluft einzubauen, macht man dies nicht, baut man sich gleich ein Problem ein.
bic hat geschrieben:
Dienstag 2. November 2021, 19:37
Auch hier ist mir nicht so ganz klar, was Du mit nicht losbekommen eigentlich meinst. So festgegammelt kann die Mutter auf dem Einschraubgewinde ja gar nicht sein, als man diese nicht mit einem kräftigen Schlüssel (u.U. mit Verlängerung) gelöst bekommt.
Wenn ich den Schlüssel an der (Jahrzehnte festgerosteten) Mutter ansetze, dreht sich die Spurstange mit soweit es innerer und äußerer Spurstangenkopf zulassen. Der äußere ist mir egal, aber ich habe Sorge, den inneren zu beschädigen. Also halte ich mit einem zweiten Maulschlüssel die Spurstange an ihrer Mutter fest. Mit einem Maulschlüssel in der linken und einem weiteren in der rechten Hand bekomme ich aber nur bedingt Kraft zum Lösen aufgewandt - geschweige denn, dass ich eine Verlängerung ansetzen kann. Daher auch die Idee die Spurstange komplett auszubauen, um die Köpfe in Ruhe im Schraubstock rauszuholen. Notgedrungen werde ich wohl doch mehr Gewalt anwenden müssen.
Naja, Dir wird nichts weiter übrig bleiben, als den inneren Kopf quasi als "Gegenhalter" zu verwenden, egal ob im ein- oder ausgebauten Zustand der Spurstange - denn auch im ausgebauten Zustand bekommst Du die Spurstange niemals fest genug in den Schraubstock gespannt, ohne diese zu verformen, denn schließlich ist das nur ein realtiv dünnwandiges Rohr. Auch im Schraubstock muss Du daher am inneren Kopf gegenhalten - mit etwas Glück übersteht der Kopf das jedoch :)

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